Unser Raum

Geflüchtete Familien sind besonderen Belastungen und Bedürfnissen ausgesetzt durch den Verlust der Heimat sowie der Angst um zurückgebliebene Freunde und Familienmitglieder. Mit dem Projekt „Unser Raum" möchte das Mütterforum Baden-Württemberg deshalb besonders geflüchtete Familien und Frauen mit Kindern unterstützen. Das Projekt soll in neun Mitgliedszentren in Baden-Württemberg umgesetzt werden.

In den niederschwelligen Angeboten im Offenen Treff – Herzstück jedes unserer Mütter- und Familienzentren sowie Mehrgenerationenhäuser – kommen wir mit geflüchteten und besonders bedürftigen Menschen ins Gespräch und Erfahren von ihren Ängsten und Bedürfnissen.

Ziel ist die Normalisierung des Alltags nach der Flucht sowie die Entlastung durch die Annahme von Hilfen bei der Bewältigung alltäglicher Herausforderungen. Damit wollen wir dazu beitragen, die Grundlagen für eine gelingende Integration zu legen. Konkret wollen wir in den teilnehmenden Zentren regelmäßige, niedrigschwellige Gruppen-Treffen für drei bis acht Mütter aus Flüchtlingsfamilien mit ihren Kindern installieren. Dieses informelle Familienbildungsangebot soll dazu beitragen,

a) diese Familien überhaupt zu erreichen.

b) eine Brückenbauer-Funktion des Mütterzentrums zu ermöglichen, indem den Familien die Inanspruchnahme von örtlichen Diensten, Beratungsstellen, etc. aufgezeigt wird.
c) sie zu ermutigen, von ihrem Recht auf politische Teilhabe und gesellschaftliche Mitgestaltung Gebrauch zu machen.

d) dass die Stadtteil-/Nachbarschafts- bzw. Familienzentren als Multiplikator und Kooperationspartner von der Kommune anerkannt und gefördert werden.

Das Projekt „Unser Raum" wird im Rahmen des „Bildungsprogramms für Familien in besonderen Lebenslagen" von der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg gefördert.

Projektzeitraum: Februar 2016 bis Februar 2019

Auswahl an bisherigen Aktivitäten und Veranstaltungen auf Netzwerkebene:
• Gründung eines Familienbildungsteams unter der Leitung von Christiane Zenner-Siegmann
• Gastgeberinnen-Schulung zum Offenen Treff als Willkommensraum in der Vielfaltsgesellschaft (im April 2017 im Familienzentrum Bondorf)
• Gemeinsam mit dem Mütterzentrum in Stuttgart Süd und einer geflüchteten Mutter aus Afghanistan wurde ein Aerobic-Angebot entwickelt, um durch Sport und Bewegung zu Sprache zu kommen (seit Januar 2017)
• Multiplikatoren-Veranstaltungen bei den Netzwerktreffen 2017: Im März zum Thema „Familienbildung in der Familienselbsthilfe, warum lohnt es sich in präventive Angebote zu investieren?" mit Prof. Uta Meier-Gräwe, Universität Gießen. Im Juli zum Thema „Unterschiede wahrnehmen und konstruktiv angehen. Neue Formen der Verbindlichkeit" mit Prof. em. Dr. Ueli Mäder, Basel.

Beratung und Implementierung in 5 Zentren ab Herbst 2017. Weitere 4 Zentren von 2018 an.