Roma-Mütterzentrum in Belgrad eröffnet

April 2018 – Mit einer hochrangigen Delegation besuchte Ministerpräsident Winfried Kretschmann vom 16. bis 20. April Serbien, Kroatien und Bosnien und Herzegowina. Mit dabei waren auch Gisela Erler (im Bild rechts), Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, sowie Andrea Laux (Mitte), Vorstandsfrau des Mütterforums Baden-Württemberg und des internationalen Mütterzentrumsnetzwerks mine.

Die beiden eröffneten unter Beisein des serbischen Staatssekretärs Nenad Ivanisevic (im Bild in der Mitte hinten), Gudrun Heute-Bluhm vom Städtetag Baden-Württemberg und vielen weiteren Gästen das Mütterzentrum „Aurora-mine" in einem Vorort von Belgrad. Das Mütterzentrum ist durch die Initiative der Roma-Rückkehrerfamilie Brkic entstanden, die in Stuttgart-Heslach das Mütter- und Familienzentrum Stuttgart-Süd kennengelernt und die Kraft des Netzwerks dort erlebt hat. Die vielen positiven Begegnungen in Stuttgart gaben Jelena Brkic (im Bild links vorne) die Motivation, es in der alten Heimat noch einmal zu versuchen. In ihrem Heimatort bei Belgrad lebt sie mit ihrer Familie, wie fast alle Roma im Westbalkan, in prekären Verhältnissen und ist dennoch sozial engagiert. „Ich möchte die Frauen stark machen, dass sie selbst für ein besseres Leben kämpfen", sagt Jelena Brkic.

Unterstützung aus Baden-Württemberg
Gemeinsam mit Andrea Laux entwickelte sie das Konzept für ein Zentrum „von Roma für Roma", in dem sich die Familien gegenseitig unterstützen und gemeinsam eine Verbesserung ihrer sehr schwierigen Lebenssituation erreichen wollen. Mit weiteren ehrenamtlich engagierten Roma-Frauen und im engen Kontakt mit dem Mütterforum Baden-Württemberg baute sie dann das Mütterzentrum „Aurora-mine" auf. Die Baden-Württemberg-Stiftung, baden-württembergische Mütter- und Familienzentren sowie viele Privatspender_innen helfen, Miete und Ausstattung zu finanzieren.

„Mich macht dieses Projekt glücklich, denn es zeigt, zu was Zivilgesellschaft grenzübergreifend in der Lage ist", schrieb Gisela Erler in Belgrad auf ihrer Facebook-Seite. „In einer Gesellschaft, in der auch 20 Jahre nach Kriegsende immer noch vieles leidvoll an den Krieg erinnert, ist diese Initiative ein echter Beitrag zur Versöhnung."

Hohe Bedeutung des Zentrums für die Roma-Familien
Das Mütterzentrum hat bei den Roma-Frauen einen hohen Stellenwert, denn hier können sie Kraft tanken und Probleme gemeinsam angehen. „Auch die geplante Kinderbetreuung ist für die Frauen wichtig, um arbeiten gehen zu können", erklärt Anne Schührer vom Mütterzentrum MüZe Heubach, die ebenfalls im April vor Ort war. Aus zahlreichen Gesprächen mit den Romas weiß sie: „Die Familien sehen das Mütterzentrum als einen Ort, an dem sie gemeinsam etwas bewegen können."

In Teamsitzungen konnte Jelena Brkic mit Hilfe von Andrea Laux und Anne Schührer ihr aktives Team vergrößern und weitere Frauen bestärken, sich vermehrt mit Ideen und Aktivitäten einzubringen. So wird beispielsweise seit Ende April Katarina einen regelmäßigen Kochtreff für junge Mütter anbieten, an dem kostengünstig und gesund gekocht wird.

Auch die Männer haben Feuer gefangen, sie wollen die Ärmel hochkrempeln und sich einbringen. Wunsch der Familien ist ein eigenes Haus im Stadtteil Veliki Mokri Lug zu bauen. Außerdem hat die Aufbruchstimmung im Mütterzentrum Einzelne dazu angeregt, politisch aktiv zu werden und sich für die Rechte der Roma-Familien einzusetzen.
Die offizielle Eröffnung des Aurora-mine mit Gisela Erler im Rahmen der baden-württembergischen Delegationsreise war ein wichtiger Schritt für die Roma-Familien und das Zentrum. Hier konnten Kontakte mit serbischen Politiker_innen geknüpft werden, die jetzt intensiviert werden sollen. Das Mütterzentrum konnte sich in der Kommune gut präsentieren und hat außerdem Kontakt zu weiteren Non-Profit-Organisationen in Serbien aufgenommen.

Mehr über die Unterstützung und den Aufbau von Roma-Mütterzentren auf unserer Projektseite.

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Offizielle Eröffnung des Aurora-mine in Belgrad

Das von Rückkehrerin Jelena Brkic und weiteren Frauen aufgebaute Mütterzentrum in einem Roma-Vorort von Belgrad wurde im Rahmen einer baden-württembergischen Delegationsreise im April 2018 feierlich eröffnet.

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