Perspektiven für Roma-Familien


"Wir wollen eine bessere Zukunft für unsere Kinder" - Perspektiven für Roma-Familien auf dem Balkan. Europäische Mütter- und Familienzentren erarbeiten mit ihren Partnern nachhaltige Zukunftskonzepte.

Im Rahmen der Donauraumstrategie unterstützt das Staatsministerium Baden-Württemberg das internationale Projekt „Sustainable Space for Participation and Engagement – Roma Mothers Centers in the Danube Region" zur Förderung von Mütterzentren in Bulgarien und auf dem Balkan.

Zusammen mit den Stuttgarter Verantwortlichen aus den Mütter- und Familienzentren und Roma-Experten wurden Strategien und Lösungen erarbeitet, Orte für Unterstützung, Engagement, Beteiligung und Vertrauen für Roma Mütter und Kinder zu schaffen. Ziel ist es, Roma-Familien in den Balkanländern eine bessere und nachhaltige Zukunft zu ermöglichen. Durch die Etablierung von Anlaufstellen für die Unterstützung und Beteiligung, ähnlich der Strukturen und Erfahrungen aus baden-württembergischen Mütter- und Familienzentren.

Auftakttreffen 2016
Bei einem internationalen Treffen mit Akteuren aus mehreren europäischen Ländern im Generationenhaus Heslach wurden weiterführende und nachhaltige Strukturen und Konzepte erarbeitet und eine Unterstützungsplattform geschaffen, um diese Strategien umzusetzen. Das Internationale Mütterzentrums-Netzwerk mine e.V. und das Mütterforum Baden-Württemberg e.V. mit Sitz in Stuttgart sind Initiator des Projekts und tragen engagiert und aktiv zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit aller Beteiligten bei. Unterstützt wurde das Treffen, das am 15. Februar 2016 im Generationenhauses Heslach Rudolf Schmid und Hermann Schmid Stiftung stattfand, von der Staatsrätin Gisela Erler und EU Minister Peter Friedrich.

Die Zentren und Projekte

Mütterzentrum "Plamen" in Zavidovici, Bosnien

Senada Dzankic hat im bosnischen Zavidovici das Mütterzentrum "Plamen" nach dem Vorbild der Baden-Württembergischen Mütterzentren aufgebaut. Einblicke und Erfahrungen sammelte sie in den 90er Jahren. Damals kam sie als bosnischer Flüchtling mit dem Eltern-Kind-Zentrum Stuttgart-West in Kontakt. Nach ihrer Abschiebung im Jahr 2000 beschloss sie, diese Idee mit in Ihre Heimat zu nehmen und sie dort zu verwirklichen. Das Konzept wurde auf die Bedingungen vor Ort angepasst und Plamen ist heute ein Kompetenzzentrum und Best-Practice-Beispiel auf dem Balkan.

Roma-Organisation Integro in Bulgarien

Liliya Makaveeva, selbst Roma, ist Gründerin der Roma-Organisation Integro in Bulgarien und im Vorstand des Europäischen Roma-Netzwerks Ergo. Sie hat 2006 das Mütterzentrumskonzept kennengelernt und dessen Verbreitung in Roma Nachbarschaften in Bulgarien aktiv betrieben. Sie ist eine Expertin für das Thema Roma-Minderheiten in ihrem Land und Europa und hat eine hohe Akzeptanz in ihrer Roma-Gemeinschaft.

Roma-Mütterzentrum ‚Aurora-mine' in Belgrad, Serbien

Es ist schon eine bemerkenswerte Geschichte: Die Familie Brikic lebte in der Flüchtlingsunterkunft Böblinger Straße, bis sie im letzten Jahr freiwillig (!) nach Serbien ausreisen musste, um die Abschiebung zu verhindern. In ihrem Heimatort bei Belgrad lebt die Familie, wie fast alle Roma im Westbalkan, in prekären Verhältnissen und ist dennoch sozial engagiert – mit einem Mütterzentrum nach dem Vorbild des Stuttgarter Modells. „Ich möchte die Frauen stark machen, dass sie selbst für ein besseres Leben kämpfen", sagt Jelena Brkic.

Mittlerweile hat Jelena Brkic für ihr Mütterzentrum zwei Räume als Aufenthaltsort für die betreuten Frauen und Kinder angemietet, für die eine kleine Miete anfällt. Die Baden Württemberg Stiftung hat das Roma-Mütterzentrum in seinen Projektkatalog aufgenommen und bezuschusst es für drei Jahre. Es ist aber ein Eigenkapital von gut 6.000 Euro notwendig und verschiedene Posten werden nicht bezuschusst.

Für weitere Informationen können Sie sich gerne an Andrea Laux, Mütterforum Baden Württemberg, und Heide Soldner, Freundeskreis Flüchtlinge Stuttgart Süd, wenden.
Email: andrea@andrealaux.de oder heide_soldner@yahoo.de

Neuigkeiten vom Aurora-mine September 2017

Artikel über das Jelena und das Zentrum in Belgrad in der Stuttgarter Zeitung vom 17.2.2017

Die Roma-Mütterzentren sind dringend auf Spenden angewiesen.

Hier das Spendenkonto der Dachorganisation der Mütterzentren ‚mine'– die Spenden sind steuerlich absetzbar, bis 100 Euro gilt der Einzahlungsbeleg als Spendenbescheinigung:

IBAN: DE33611500200007443127
BIC: ESSLDE66XXX
Stichwort: Roma Mütterzentrum, ggf. Stadt

VIELEN DANK!